Glamfamwoman reist nach Amsterdam

2015 ist irgendwie nicht mein Reisejahr!

Am Wochenende wollten mein Mann und ich mit unserem Sohn nach Holland. Ich habe einen Cousin dort. Er lebt dort mit seiner wundervollen Frau und seinen 3 hübschen Töchtern Ca. 110 km von Amsterdam entfernt.

Dank Facebook haben wir uns gefunden und seit Jahren stehen wir in Kontakt, doch bisher kam es nie zum Treffen. Ich war richtig aufgeregt. Meine restliche Familie lebt in Portugal, ich habe nur meine Mami hier. Mein Interesse ist natürlich riesig weiter Familienmitglieder in der „Nähe“ zu treffen.

Da mein Sohn nach 1-2 Stunden keine Lust mehr aufs Autofahren hat, sind wir Freitag um 20:30 Uhr losgefahren, damit er die Fahrt über durchschläft. Hat auch super funktioniert.

Paar Stunden später sind wir endlich bei meiner Familie angekommen.

Familie ist Familie! Es ist wirklich komisch zu beschreiben, aber mein Cousin hat die Tür geöffnet und ich habe sofort die Ähnlichkeit zu mir und dem Rest der Familie gesehen. Auch mein 14 Monate alter Sohn, der sonst erst mal etwas skeptisch bei Fremden ist, ist schnurstracks auf meinen Cousin zugelaufen und hat sich auf den Arm nehmen lassen. Ich kenne mein Kind so gar nicht. Er fühlte sich sofort total wohl , inspizierte das Haus und spielte mit meinem Cousin und seiner Frau. Ganz zu seiner Freude haben sie auch noch einen Hund und eine Katze. Mein kleiner Mann war ganz außer sich vor Freude. Wir alle waren ganz aus dem Häuschen. So sehr, dass wir gar nicht bemerkten, dass die französische Bulldogge eifersüchtig wurde. Zaaaaaack….. Und schon gab es einen kleinen Biss in den Finger von meinem Sohn. Das Geschrei und die Hektik könnt Ihr Euch ja  vorstellen. Es ist nicht so viel passiert, zum Glück, aber mein Sohn war erstmal geschockt. Zeit fürs Bett!

Am nächsten Morgen waren wir natürlicherweise gerädert. Lange Fahrt, spät ins Bett und ein Kind, dass oft wach war. Schätze ein paar Alpträume haben sich nach dem Biss in seinen Schlaf geschlichen. Dennoch war die Stimmung super. Wir hatten einen herrlichen Vormittag mit meiner Familie.

Mein Mann war noch nie in Holland und wollte unbedingt Amsterdam sehen.

Ich war vor Jahren mal in Amsterdam, allerdings als Single und ohne Kind. Konnte mich auch gar nicht so richtig mehr daran erinnern. Also wir wieder ab ins Auto und los auf die Autobahn Richtung Amsterdam. Amsterdam ist nicht gerade bekannt fürs günstige Parken. Parkhäuser sind zum Teil sehr überteuert und die Tickets für abgelaufenen Parkuhren oder falsches Parken sind sehr hoch. Die Frau meines Cousins hatte uns online ein Tagesticket im Parkhaus Ijdock gebucht. Anstelle von 5 Euro pro Stunde haben wir online mit Kreditkarte 10 Euro für den ganzen Tag bezahlt. Beim reinfahren zieht man ein Ticket und beim rausfahren klingelt man an der Schranke, nennt den Nachnamen und das Kennzeichen auf das der Platz gebucht war und kann rausfahren. Ich war sehr positiv überrascht. Das Parkhaus war fussläufig zur Innenstadt, sauber, hell und die Parkplätze hatten eine gute Größe. Ich kann es jedem empfehlen, der mit dem Auto nach Amsterdam fährt, man sucht nicht unnötig nach einem Parkplatz und fährt ewig Runden und es ist noch im Gegensatz zu den anderen Parkmöglichkeiten die günstigste und sicherste.

Bis dahin war unser Ausflug in die Metropole auch noch angenehm. Allerdings hat sich für mich  Amsterdam als nicht Kindgerecht erwiesen. Schon nach ein paar Metern sind wir in den Genuss der zahlreichen Fahrradfahrer gekommen. Ich wurde mehrfach fast von welchen umgefahren. Überall hört man nur wildes klingeln und quietschende Bremsen. Wie irre wird hier ungebremst mit dem Fahrrad in Fußgängerzonen in die Menschenmenge geprescht. Ich wusste sofort, das wird nicht einfach mit unserem Sohn. Selbst mit Buggy war es total gefährlich, weil die Radfahrer absolut rücksichtslos fahren, aber an laufen lassen, war gar nicht zu denken. Ich hätte niemals meinen Sohn etwas rennen lassen können, er wäre entweder in einen der Kanäle gefallen oder von einem Fahrradfahrer umgenietet worden. Das hat natürlich nach einer Zeit zu mächtigem Protest unseres Sohnes geführt. Er hatte nämlich die Nase voll vom angeschnallt rumsitzen. Also war der nächste Plan ein Restaurant zu finden. Auch das war  nicht gerade einfach mit Kind. Weder gab es Kindersitze, noch eine Kinderportion. Das ist aber auch noch zu verkraften, viel irritierender war es, als wir etwas abseits ein Restaurant gefunden haben, das fast leer war uns in die letzte Ecke gesetzt haben, da mittlerweile unser Sohn eingeschlafen war. Wir bestellten uns Getränke und zwei Minuten später erwachte unser Sohn. Er weinte etwas, da er sich erschrocken hatte. Wir saßen ganz alleine , der nächste Tisch mit Leuten war 20 m weiter weg und durch die Musik im Hintergrund und haben sie nicht mal unseren Sohn bemerkt. Das Personal aber schon. Wir wurden darauf hingewiesen runter in den Keller auf die Toilette zu gehen, solange unser Sohn weint !!!! Ich rede jetzt nicht davon, dass ein Kind minutenlang lautstark schreit, sondern kurz etwas weint, weil es gerade aufgewacht ist. So schnell habe ich noch nie meine Sachen gepackt und habe dieses Restaurant verlassen.

Nach einer Zeit haben wir einen Tisch in einem Restaurant bekommen. Endlich  konnten wir uns etwas zum Essen bestellen. Mein Mann bestelle Fish&Chips. Die Chips waren wohl schön kross, denn schon nach der ersten Pommes fiel ihm ein riesiges Stück seines Backenzahns raus. Kann man denn noch mehr Pech haben?!

Als wir fertig mit dem Essen waren, wollten wir nur noch ein paar Sachen shoppen, doch die Läden schließen  schon um 18:00 Uhr. Frustriert sind wir ans Auto gelaufen und sind Richtung Familie gefahren. Amsterdam ist eine bunte Stadt, Multikulturell und die Menschen sind sehr individuell. Die Kanäle riechen zum Teil sehr und ansonsten liegt wirklichen leichter Geruch von Marihuana in der Luft, da halt öffentlich dort konsumiert werden darf und es an vielen Plätzen Coffeeshops gibt. Die Häuser sind sehr süß und wenn man mal 2 Minuten in Ruhe stehen kann ohne das ein Fahrradfahrer einen umfährt, könnte man auch tolle Bilder machen. Wir haben es allerdings nicht geschafft. Singles oder Paare haben tolle Optionen. Es gibt viele Shoppingmöglichkeiten und das Nachtleben ist bestimmt ganz interessant. Mit Kind kann ich es  aber absolut nicht empfehlen. Dafür gibt es definitiv bessere Orte in den Niederlanden.

Die Fahrt zurück zum Haus meines Cousins war dann der Rest für uns. Unser Sohn hatte Schmerzen im Finger und fing an zu weinen , mein Mann hat Zahnschmerzen bekommen und ich wollte einfach nur noch Heim. Wir haben uns dann auch entschlossen unseren Wochenendausflug abzubrechen und am selben  Abend wieder nach Deutschland zu fahren.

Trotz all dem bin ich sehr glücklich einen weiteren Teil meiner Familie kennengelernt zu haben. Die Zeit mit meiner Familie war zwar kurz, aber so toll, dass wir unser nächstes Treffen schon geplant haben.

Home Sweet Home! 2015 war definitiv nicht unser Reisejahr. Irgendwie hatten wir Pech, aber eines haben wir gelernt. Am schönsten ist es zu Hause.

Wir hatten weitere Kurzreisen für Dezember geplant. Diese haben wir gecancelt. Wir machen lieber Tagesausflüge in unserer Nähe und verreisen wieder 2016. Hab gehört die Sterne stehen dann auch besser 😉

Nach all dem Stress gibt es leider kein Bild für Euch von Holland, aber eines von mir beim Rodeln auf der Sommerrodelbahn in Wald-Michelbach. Erholen und Spaß haben kann man auch in der Nähe 😝

Eure Nic ❤image

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2 Gedanken zu “Glamfamwoman reist nach Amsterdam

  1. moteens schreibt:

    Klingt wirklich stressig! Besonders das mit dem ersten Restaurant ist wirklich unverschämt. Ich war auch schon einmal in Amsterdam und muss sagen, dass mir die Fahrräder gar nicht Au negativ aufgefallen sind. Lediglich die eingeschränkten Parkmöglichkeiten waren ein Problem, weshalb wir uns auf die Bahn beschränkt haben. Liebe Grüße,
    moteens

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